Natürliches Licht breitet sich geradlinig in Wellenform in alle Richtungen aus. Reines Sonnenlicht ist polarisiert und besitzt eine hohe Farbreinheit. Beim Durchdringen der Atmosphäre wird ein Teil davon gestreut, was als blaugrauer Dunst alle Farben überlagert. Dieser Anteil läßt sich oft mit Polfiltern abschwächen bzw. verhindern. Fällt nun außerdem Licht in einem flachen Winkel von ca. 35° auf eine spiegelnde Fläche, wie z.B. Wasser, Glas, Kunststoffe, Farben (mit Ausnahme von metallischen Oberflächen), wird das Licht reflektiert und polarisiert. Wird nun ein richtig orientiertes Polfilter eingesetzt, werden die Reflexe absorbiert, und die reinen Farben können auf den Film oder Chip gelangen. Wasseroberflächen werden durchsichtig, der Blaustich durch die Himmelpolarisation wird gedämpft, die Farben werden weitaus kräftiger und satter.
Der Lichtverlust eines Polfilters beträgt je nach Löscheinstellung 1-1,5 Blendenwerte, der je nach Kameratyp von Hand oder automatisch berücksichtigt wird. Dieses Scheiben-Set wird in einer drehbaren Fassung geliefert, so dass damit die gewünschte Position und Wirkung eingestellt werden kann.
Bei Spiegelreflexkameras sieht man das Ergebnis im Sucher. Ist keine Wirkung sichtbar, so ist die Lichtlage nicht polarisierbar. Dann sollte von einem Einsatz abgesehen werden.
1 x UV Filter
UV-Filter (eigentlich: UV-Sperrfilter) sind in der Fotografie spezielle Filter, die ultraviolettes Licht blockieren. Sie sehen farblos oder ganz schwach gelblich eingefärbt aus.
Fotografische Filme, aber auch die Sensoren von Digitalkameras (beispielsweise CCD) sind nicht nur für das sichtbare Spektrum des Lichts empfindlich, sondern auch für den unsichtbaren ultravioletten Anteil. Das UV-Licht kann beim Fotografieren im Wesentlichen zwei störende Auswirkungen haben:
- Übliche Kamerobjektive sind nur für einen bestimmten Bereich des sichtbaren Lichts korrigiert, ein hoher Anteil UV-Licht kann infolge chromatischer Aberration zu Unschärfen führen;
- Bei Farbfilmen kann zusätzlich ein Blaustich entstehen.
Durch den Einsatz von UV-Sperrfiltern werden diese Effekte wirksam unterdrückt, die Fotografien gewinnen an Kontrast und Schärfe und Farbfehler werden vermieden. Eine Korrektur der Belichtungseinstellungen ist bei UV-Sperrfiltern nicht erforderlich.
Bei modernen Kameras mit viellinsigen, vergüteten Objektiven ist der Einsatz dieser Filter nicht erforderlich, da das in Summe dicke Glas der Objektive UV-Strahlung bereits ausreichend sperrt. Wird ein beliebiger anderer Farbfilter oder ein Polarisationsfilter eingesetzt, ist ein zusätzlicher UV-Sperrfilter überflüssig und verschlechtert nur unnötig die Leistung des Objektivs.
Viele Fotografen sehen die Hauptaufgabe eines UV-Sperrfilters daher im Schutz des Objektives vor mechanischen Beschädigungen, insbesondere Kratzern, da ein Filter nicht nur einfacher als die Frontlinse eines Objektivs auszuwechseln, sondern auch viel preiswerter ist. Allerdings haben UV-Sperrfilter, wie alle Objektivvorsätze, den Nachteil, dass sie Licht, das von der Frontlinse reflektiert wird, wieder in das Objektiv zurückreflektieren und somit zu unschönen Lichtpunkten bei Gegenlichtaufnahmen führen können.
1 x Nahlinse mit +8 Dioptren
Nahlinsen sind Linsen, die wie Filter auf das Objektiv aufgesetzt werden. Sie haben die Wirkung einer Lupe.
Durch das Aufsetzen einer Nahlinse wird die Brennweite der Kamera verkürzt, der Auszug bleibt jedoch gleich, wodurch man näher an das Motiv herangehen kann. Mit guten Nahlinsen lassen sich bei Objektiven, die auf unendlich korrigiert sind, bessere Aufnahmen machen als mit Zwischenringen oder Balgengeräten.
Es gibt verschiedene Nahlinsen mit unterschiedlichen Vergrösserungs-massstäben. Sie können miteinander kombiniert werden. Man sollte jedoch nicht mehr als zwei Linsen gemeinsam benutzen, da sonst die Bildqualität nachlässt.